Montréal ist bekannt für seine zahlreichen Museen und seine lebendige Kulturszene.
Der Place des Arts ist das grüßte Zentrum für darstellende Künste in Québec. Für jede denkbare Aufführung findet sich hier der passende Rahmen, darunter Opern, Ballett, Symphonien, Kammermusik, Chorkonzerte sowie Theater- und Filmvorführungen. Momentan gibt es dort fünf verschiedene Aufführungshallen, die größte davon ist der Salle Wilfred-Pelletier mit knapp 3.000 Sitzen. Eine neue Konzerthalle für das Montreal Symphonic Orchestra mit 1.900 Sitzen soll 2011 fertiggestellt werden. Der gesamte Komplex wurde von 1963 bis 1992 gebaut.
Im Place des Arts befindet sich auch eins der interessantesten Museen Montréals: Das Musée d'Art Contemporain. Die Sammlung besteht aus über 7.000 Werken von rund 1.500 Künstlern aus der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart. Zu den ausgestellten Werken gehören Skulpturen, Gemälde und Fotografien sowie Arbeiten auf Papier.
Point-à-Callière ist ein archäologisches und historisches Museum in Old Montréal. Es werden Artefakte der Ureinwohner ausgestellt, um das Zusammenleben der verschiedenen First Nations zu illustrieren. Auch der Einfluss der britischen und französischen Siedler wird in wechselnden und festen Ausstellungen porträtiert. Das Museum wurde 1992 an der Stelle des Gründungspunktes von Montréal zu den Feierlichkeiten des 350. Geburtstages Montréals errichtet
Das Centre des Sciences de Montréal ist ein populäres Museum für Wissenschaft und Technologie. Es befindet sich entlang eines zentralen Piers in Old Montréal und begeistert seine Besucher durch die moderne Präsentation des Kommunikationswesens, der Energieeinsparung und der Biowissenschaften. Dies geschieht in erster Linie durch den vermehrten Einsatz von Computern und Bildschirmen, auf denen Vorgänge erklärt und auch Filme gezeigt werden. Ein IMAX-Kino im Gebäude ist besonders beliebt, um sich einen Film über die Themen der Ausstellungen anzusehen.
Das Musée des Beaux-Arts ist ein Kunstmuseum von internationaler Reputation und wurde bereits 1869 von Francis Fulford gegründet. Es beherbergt über 33.000 Exponate in einer kostenlosen Ausstellung und bietet des Weiteren spezielle Ausstellungen zu so unterschiedlichen Themen und Künstler wie Walt Disney, Picasso, Richelieu und Yves St. Laurent. Die Bibliothek des Museums beschäftigt sich mit der Geschichte der Kunst und ist eine des bedeutendsten Kanadas.
Das Centre Canadien d'Architecture ist der Architektur gewidmet. Hier werden nationale und internationale Stile aus verschiedensten Epochen gezeigt. Das Museum ist selbst ein Kunstwerk postmoderner Architektur. Zu Museum gehört auch ein umfangreicher Skulpturengarten, der bei Nacht beeindruckend beleuchtet wird.
Schon 8.000 Jahre vor der Ankunft der ersten Europäer siedelten die ersten Huronen, Irokesen und Algonquin in der Gegend von Montreal. Als 1535 der französische Entdecker Jacques Cartier die Gegend erreichte, befand sich dort das Indianerdorf Hochelage. Dem Berg nahe des Dorfes gab Cartier den Namen Mont Réal, königlicher Berg.
Ein Jahrhunder später erkannte der Generalgouverneur Neufrankreichs, Samuel de Champlain, dass ein Handelsposten westlich von Québec City von Nutzen sein könnte. Die neue Siedlung sollte zur Verbesserung des Pelzhandels und der weiteren Erforschung des Landesinneren dienen. Am 17. Mai 1642 wurde die Siedlung unter dem Namen Ville-Marie gegründet. Bis 1701 wurde Ville-Marie oft von den Irokesen angegriffen und mehrmals beinahe zerstört. 60 Jahre später ergab sich die Stadtregierung kampflos den Briten, die Québec City erobert hatten, und Englisch wurde Amtssprache. In dieser Z eit war Montréal eine blühende Stadt mit 4.000 Einwohnern.
1832 bekam Montréal offiziell die Stadtrechte. In den 1850er Jahren war sie Hauptstadt der Provinz "Vereinigte Provinz Kanada", wodurch eine Welle britischer Einwanderer in die Stadt strömte. Montréal hatte im Jahr 1852 58.000 Einwohner und wuchs weiter. Bis zur Großen Depression 1930 blühte und gedeihte die Stadt, unter anderem durch die Eröffnung der Firmenzentralen der Bank of Canada und der beiden nationalen Eisenbahngesellschaften. Doch auch die Wirtschaftskrise konnte das Wachstum der Stadt nicht aufhalten, sodass sie zum zweitwichtigsten Handelszentrum ganz Nordamerikas wurde.
Die Position als bedeutendste kanadische Stadt verlor Montréal in den 1970ern, da viele Einwohner Québecs eine Abspaltung vom übrigen Kanada befürworten und dies viele Unternehmen veranlasste, ihren Firmensitz nach Toronto zu verlegen. Heute ist Montréal mit 3,6 Millionen Einwohnern in seiner Metropolregion und 1,6 Millionen in der Stadt selbst die zweitgrößte Stadt Kanadas. Sie ist auch die zweitgrößte französische Stadt der Welt. Sie ist neben Toronto das Handels-, Wirtschafts- und Industriezentrum Kanadas.